gangus.ch

Mario Heller

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Täglich von. 07:00-23:00
Mai 2026

Vernissage

07.05.2026 18:00

«Lady Lowrider». Fotografie

"Ich wollte nicht nur auf dem Beifahrersitz sitzen. Ich wollte mein eigenes Auto, meinen eigenen Lowrider, und ich wollte selbst fahren", sagt Sandy Avila aus Los Angeles. Die 40-jährige Mutter von vier Kindern hat nicht nur ihren eigenen Lowrider gebaut, sondern auch einen der wenigen weiblichen Lowrider-Clubs gegründet. "Früher waren wir nur die Ehefrauen und Freundinnen, die Kinder für die Autoshows schick anzogen und beim Reinigen der Autos halfen", erklärt Sandy. Doch heute entscheiden sich immer mehr Frauen in der stark männlich dominierten Szene dafür, ihr eigenes Auto zu bauen und zu fahren. Diese Fahrzeuge, oft als Wracks erworben, werden in jahrelanger, detailverliebter Arbeit restauriert. Teure und seltene Ersatzteile fließen in die Kreationen ein, die letztlich die Persönlichkeiten ihrer Besitzerinnen widerspiegeln.

An den Wochenenden trifft man Sandy und ihre Mitstreiterinnen bei den zahlreichen Events in Los Angeles. Die bonbonfarbenen Autos glitzern in der Sonne, während sie gemächlich über belebte Straßen und durch die Stadtparks fahren, ihre tiefen Bässe weithin hörbar. "Wir zeigen unsere Autos, grillen und sprechen über unsere Leidenschaft", sagt sie. Wie viele andere Clubs auch engagieren sich die Lady Lowriders in der Gemeinschaft: "Wir sammeln Essen für Obdachlose und Spielzeug für Kinder. Es geht um Familie, Zusammenhalt und darum, etwas zurückzugeben.“

Die Lowrider-Bewegung, die in den späten Vierzigerjahren in Los Angeles entstand, war ursprünglich ein Ausdruck von Identität und Kreativität in der mexikanisch-amerikanischen Gemeinde und entwickelte sich zu einem Symbol des Widerstands und der Selbstbehauptung. Diese Fahrzeuge, betrachtet als rollende Kunstwerke, erlebten in den Sechziger- und Siebzigerjahren durch Filme, Musik und Medien einen Popularitätsschub. Trotzdem kämpfen Lowrider bis heute gegen Stereotype und Diskriminierung. Die Entscheidung Kaliforniens, das Cruisen ab Januar 2024 zu legalisieren und Beschränkungen beim Umbau aufzuheben, ist ein Meilenstein – eine Anerkennung dieser kulturellen Ausdrucksform und ein Sieg für die Community, die seit Jahrzehnten für ihre Rechte und ihre Leidenschaft kämpft.

Eintrittspreis

gratis


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Location

Fotoforum Zug

Bahnhofstrasse 26

6300 Zug